Schrader Wappen

Satzungsgemäße Aufgaben - Vorgeschichte - Gründungsväter - Mitgliederentwicklung - Familienverbandswappen

Der Familienverband Schrader e.V. bildet einen Zusammenschluß von Personen, die alle den Namen Schrader tragen, oder als Geburtsnamen getragen haben. Die einzelnen Mitglieder sind nicht alle miteinander verwandt, aber dennoch durch den gemeinsamen Namen und dessen Ursprung im Braunschweigischen Raum miteinander verbunden. Durch sein umfangreiches Archiv ist der Familienverband Schrader e.V. eine bedeutende Quelle für die Familienforschung.

Innerhalb des Familienverbandes Schrader werden alle Personen, die sich auf einen gemeinsamen ältesten Vorfahren zurückführen lassen, einer Sippe zugeordnet. Die Sippe wird nach dem Geburtsort dieses ältesten Vorfahren benannt. Die Sippennamen sind also immer geographische Bezeichnungen, die den Herkunftsort der entsprechenden Sippe angeben. Der Sippenname wird verbandsintern zur besseren Unterscheidung der ja fast alle namensgleichen Mitglieder als Zusatzname (Doppelname) an den Familiennamen Schrader angehängt, hat jedoch namensrechtlich keine Bedeutung.

Nach § 1 der Satzung hat der Familienverband Schrader einen dreifachen Zweck: Erstens zur Schrader-Forschung anzuregen, zweitens die Ergebnisse durch Druck zu überliefern und drittens die Zusammengehörigkeit zu pflegen.

Die Schrader-Forschung wurde durch Sammeln und Verarbeiten aller Unterlagen über Schrader betrieben. In 27 Jahren hatte der erste Archivar Richard Schrader-Hornburg ein großes Archiv in Naundorf (Mittweidaland) bei Erlau aufgebaut. Nach seinem Tod im Jahre 1947 kam das Archiv zu dem damaligen Vorsitzenden Paul Schrader-Küblingen nach Düsseldorf, wo die Archivarbeit zunächst von dem Schatzmeister Rudolf Schrader-Königslutter übernommen wurde. Nach beider Tod wurden die Archivbestände 1968 in etwa 12 Kisten zu unserem heutigen Archivar Dr. Karl-Hermann Schrader-Scharbow nach Hof Stabie bei Eutin verlagert.

Die zweite Aufgabe, die Forschungsergebnisse durch Druck zu überliefern, wird durch die Herausgabe der "Mitteilungen des Familienverbandes Schrader e.V." erfüllt. Dabei bilden jeweils 6 Hefte zusammen mit Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, alphabetischen Orts- und Familiennamen-Registern einen abgeschlossenen Band des "Schrader-Archivs". Die Bände I-VIII liegen mit insgesamt 2.684 Druckseiten fertig vor. Der IX. Band des Schrader-Archivs wurde im Dezember 1992 mit dem Heft Nr. 43 begonnen. Bis zum 31.12.1999 wurden 4 Hefte mit insgesamt 308 Seiten veröffentlicht. Somit liegen zum Jahrtausendende nun insgesamt 2.992 gedruckte Seiten der Mitteilungen des Falilienverbandes Schrader vor.

Als dritte Aufgabe wird der Gedanke der Zusammengehörigkeit auf den jährlich stattfindenden Familientagen gepflegt. Nachdem in den Jahren 1931-1935 und 1940-1947 überhaupt keine und von 1955-1972 nur sporadisch Familientage zustande kamen, trafen sich seit 1973 wieder regelmäßig jedes Jahr zahlreiche Mitglieder zum Familientag.

Die sippenübergreifende Schrader-Forschung hat ihren Ursprung im Jahre 1902, als Arthur Schrader-Rottmers und Richard Schrader-Hornburg unabhängig voneinander mit der Erforschung ihrer Sippen begannen. Bald darauf widmeten sich dann auch Dr. Emil Schrader-Badeleben und seit 1909 auch Otto Schrader-Königslutter der Ahnenforschung. Damals hielt man es für möglich, daß sich alle Schrader bei intensiver Forschung auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückführen ließen. Nach dem ersten Weltkrieg kam es dann in den Jahren 1919 und 1920 zwischen den Schrader-Forschern Richard Schrader-Hornburg, Dr. Hans Schrader-Thale und Hermann Schrader-Derenburg zu einer kleinen Arbeitsgemeinschaft, zu der Emil Schrader-Badeleben seine Unterlagen von 1909-11 beisteuerte. Nachdem das familiengeschichtliche Material zunächst durch Umlauf ausgetauscht wurde, kam bald aber auch der Wunsch auf, einander persönlich kennenzulernen.


Die Gründungsväter des Familienverbandes Schrader e.V. von 1920
Hermann Schrader
(Derenburg)
Pfarrer in Veckenstedt
Dr. Hans W. Schrader
(Thale)
Regierungsrat in Spandau
Richard Schrader
(Hornburg)
Lehrer in Naundorf


Am 27.12.1920 trafen sich die Vettern Richard, Hans und Hermann in Berlin-Spandau. Sie beschlossen die Gründung des Familienverbandes und bezeichneten diese Zusammenkunft als ersten Familientag. Nach der Gründung auf dem ersten Familientag am 27.12.1920 bestand der Familienverband zunächst als nicht rechtsfähiger Verein. Infolge der schnellen Zunahme der Mitgliederzahl wurde auf dem 2. Familientag 1921 in Berlin die von Hans Schrader-Thale vorgelegte Satzung beschlossen, die als Sitz des Verbandes im § 2 Berlin bestimmte. Nach § 3 konnte Mitglied werden, wer durch Abstammung oder Heirat den Namen Schrader erhalten hat. Am 4. Februar 1922 wurde der Familienverband beim Amtsgericht Berlin-Mitte eingetragen und nach 1945 bei dem im damaligen Westsektor gelegenen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg geführt. Eine Neufassung der Satzung wurde auf dem 26. Familientag am 23. Mai 1968 beschlossen. Die wichtigste Änderung war die Verlegung des Sitzes nach Braunschweig, also in den Mittelpunkt des "Schrader-Gebietes". Die Eintragung in Berlin wurde nach 47 Jahren gelöscht und am 20.05.1969 beim Amtsgericht Braunschweig unter der Nr. VR 2664 vorgenommen. Eine weitere wichtige Änderung war die Erweiterung der Mitgliedschaft auf die Ehemänner einer geborenen Schrader und die Schrader-Nachkommen in weiblicher Linie

Von 1920 bis 1990 waren dem Familienverband insgesamt 484 Mitglieder beigetreten. Die meisten Eintritte erfolgten in den ersten Jahren von 1920 bis 1926. Nachdem innerhalb von 6 Jahren bis1926 191 Schraders eingetreten waren, hatte der Verband im Jahre 1926 mit 181 Mitgliedern seinen bislang größten Umfang erreicht. Nach dem schnellen Wachsen des Verbandes ging die Mitgliederzahl infolge nur weniger Neueintritte auf 108 Mitglieder im Jahre 1936 zurück. Innerhalb dieser 10 Jahre (1927-1936) traten dem Verband insgesamt nur 30 neue Mitglieder bei. Die Ursachen hierfür waren möglicherweise die Auswirkungen der Inflation und der beginnenden Weltwirtschaftskrise, infolge dessen die sonst regelmäßigen Familientage ausfielen und somit auch keine neuen Mitglieder geworben werden konnten. In den darauffolgenden 14 Jahren von 1937 bis 1950 konnte der Verband trotz der dazwischenliegenden Kriegsjahre, in denen keine Familientage stattfanden und auch keine Mitteilungshefte herausgegeben werden konnten, seinen Mitgliederbestand halten. Es war sogar ein leichter Anstieg auf 128 Mitglieder im Jahre 1950 zu verzeichnen. Die schlechteste Zeit für den Familienverband waren die Nachkriegsjahre von 1951 bis 1967. In diesen 17 Jahren traten dem Verband insgesamt nur 25 neue Mitglieder bei. In den 14 Jahren von 1954 bis 1967 waren es sogar nur 9 neue Mitglieder. Von 1962 bis 1967 erschien kein gedrucktes Mitteilungsheft und in den 11 Jahren von 1956 bis 1967 fand auch kein Familientag statt. In dieser Zeit hatte die Familienforschung durch den Gebrauch von Begriffen wie "Sippe" und "Ahnen" in der Propaganda der Nationalsozialisten und den Mißbrauch familiengeschichtlicher Daten in der Rassengesetzgebung des NS-Regimes ein negatives Image. Hinzu kam, daß in dieser Zeit des Aufbauens das Vorwärtsstreben und in die Zukunft blicken wichtiger waren, als das Zurückblicken und die Beschäftigung mit der Vergangenheit. Die Mitgliederzahl des Familienverbandes reduzierte sich kontinuierlich Jahr für Jahr. 1967 hatte der Familienverband nur noch 72 Mitglieder. In den Jahren 1964 bis 1966 wurde schon gar kein Mitgliedsbeitrag mehr erhoben, da der Verband außer Rundschreiben keine Aktivitäten mehr entwickelt hatte. Schließlich waren nach dem Tod des damaligen Schatzmeisters Rudolf Schrader-Königslutter und des Vorsitzenden Dr. Paul E. Schrader-Küblingen von den 5 Vorstandsmitgliedern Ende 1967 nur noch drei übrig. Die drei Vettern Dr. Karl-Hermann Schrader-Scharbow, Heyno Schrader-Küblingen und Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers trafen sich am 26.11.1967 in Stade, um über das weitere Fortbestehen des Verbandes zu beraten. Das Archiv wurde nach Eutin verlagert, es erschien (nach 11 Jahren) wieder ein Mitteilungsheft und es wurde (nach 6 Jahren Unterbrechung) auch wieder zu einem Familientag eingeladen. Seitdem fanden die Familientage wieder regelmäßig jedes Jahr statt. In den Jahren 1968 bis 1984 erschienen 6 Mitteilungshefte, also etwa alle 2-3 Jahre ein Heft. Seit 1985 erscheinen die Mitteilungshefte wieder jährlich zum Jahresende. Die Mitgliederzahl ist von 1968 bis 1990 konstant gewachsen. Im Januar 1991 hatte der Verband 156 Mitglieder, eine Anzahl, die seit etwa 60 Jahren nicht mehr erreicht worden war. In den Jahren nach 1990 lag die Mitgliederzahl mehr oder weniger konstant bei 150 Personen. Am 31.Dezember 1999 zählte der Verband 152 Mitglieder, elf Jahre später, am 31.Dezember 2010, 133 Mitglieder.

Als genealogischer Verein mit einer eigenständigen heraldischen Abteilung verfügt unser Familienverband über ein eigenes Wappen, das seit dem Jahre 1930 auf den Titelblatt jedes Heftes des Schrader-Archivs abgebildet ist. Das Verbandswappen besteht aus einem fünffach behelmten Dreiecksschild gehalten von zwei Schildhaltern mit aufgelegten Zusatzschilden. Schild und Schildhalter stehen auf einer Eiche, in der ein Band mit Devise liegt. Die fünf zur Mitte gerichteten Helme sind jeweils mit Helmdecken und Helmzierden versehen. Im Schild befindet sich eine auf einem Dreiberg stehende Korngarbe begleitet von zwei sechsstrahligen Sternen. Die 5 Stechhelme sind zur Mitte gerichtet. Die drei mittleren Helme sind auf den Schild und die beiden äußeren auf die Pranke bzw. den Fang der Schildhalter außerhalb des Schildes aufgesetzt. In den Helmzierden haben die Gründungs- und damaligen Vorstandsmitglieder die Figuren aus den Wappen ihrer eigenen Sippen eingebracht. Auf dem mittleren Helm befindet sich ein um einen sechsstrahligen Stern geöffneter Adlerflug mit je einer Schrägbinde, die linke versehen mit einer fünfendigen Geweihstange, und die rechte versehen mit einem Kometenschweif. Der zweite Helm von rechts wird von einem nach links steigenden Roß zwischen zwei Büffelhörnern geziert, der zweiten Helm von links von einem nach rechts wachsenden bezungten Greifen, der in dem erhobenen rechten Fang drei Kornähren hält, der rechte Helm von einem nach links wachsenden bezungten Löwe, der in der linken Pranke drei Kornähren hält und der linke Helm von einem nach rechts steigenden Einhorn. Der Schild wird auf der rechten Seite von einem linksblickenden aufrecht stehenden Löwen und auf der linken Seite von einem rechtsblickenden aufrecht stehenden bezungten Greifen gehalten. Die Devise lautet Familia roboris radix, was mit "die Familie ist die Wurzel der Stärke" oder "die Familie ist die Wurzel des Stammes" übersetzt werden kann.